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Lingener Tagespost

Quellenangabe: Lingener Tagespost, 07.10.2000, Leserbriefe

MBA ist allemal besser

Betr.: "Abfallbehandlungsanlage: 1. Stufe in Betrieb gesetzt" (Seite "Aus der Nachbarschaft" vom 30. September). Der Bericht handelt vom Start der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) der Zentraldeponie in Wilsum (Grafschaft Bentheim). Leserbriefschreiber Martin Scholz vertritt in diesem Leserbrief die Auffassung, dass die MBA allemal besser sei als die reine Müllverbrennung, wo alles ohne Sinn und Verstand verbrannt werde.

"Im benachbarten Landkreis (Grafschaft Bentheim) setzt man bei der Abfallbehandlung, im Gegensatz zum Landkreis Emsland, nicht auf die Müllverbrennung, sondern auf die Technik einer so genannten mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA).

Allein diese Technik ist aus meiner Sicht als Müllkonzept auch noch nicht ausreichend, weil es ebenfalls erst beim Endprodukt Müll beginnt. Noch vorhandene Wert- und Schadstoffe werden jedoch aus dem Müll herausgenommen.

Wirklich zukunftsweisende Konzepte, die auch den Begriff der Nachhaltigkeit ernst nehmen, müssen bereits bei der Müllvermeidung und der Einführung innovativer Produkte beginnen. Hierzu gehört z. B. der verstärkte Einsatz abbaubarer Verpackungen, die es schon längst gibt.

Aber besser als die reine Müllverbrennung, wo ja einfach alles ohne Sinn und Verstand verbrannt wird , ist die in Wilsum zum Einsatz kommende MBA allemal. Ein Problem, dass diese moderne Anlage kostengünstig arbeiten kann, besteht darin, das genügend Fremdmüll vorhanden ist. Was liegt da näher, als den emsländischen Müll (ca. 60 000 Tonnen/Jahr) nach Wilsum zu bringen?

Damit erst gar keiner auf diese Idee kommen kann, wurde im vergangenenjahr im Kreistag in Meppen beschlossen, den emsländischen Müll zu verbrennen. Als Ort der Verbrennung favorisiert man schon seit langem die in Salzbergen geplante Müllverbrennungsanlage (MVA), für die eigentlich überhaupt kein Bedarf besteht.

Damit es nicht zu teuer wird, plant man eine Anlage mit einer primitiven Technik. Hierdurch ist mit weiteren Belastungen für die Salzbergener Bürger zu rechnen, als dies jetzt schon ständig der Fall ist. Damit erst gar kein Widerstand entsteht, hat sich der Antragsteller (VEW/SRS) frühzeitig bei einer Hamburger Unternehmensberatungsgesellschaft schlau gemacht. Herausgekommen ist, dass von Anfang an Ängste bezüglich der Raffineriearbeitsplätze geschürt worden sind. Die Realität wird nun leider so aussehen, dass durch eine MVA kein einziger Arbeitsplatz sicherer werden würde.

Die Antragsteller wollten ursprünglich bereits im Herbst 2000 mit dem Bau der Billiganlage beginnen. Doch da hat man offensichtlich die Rechnung ohne die Mehrheit der Salzbergener Bürger gemacht. Die Emsländer lassen sich zwar viel, aber doch nicht mehr alles andrehen.

Bleibt zu hoffen, dass die Politiker, speziell im Meppener Kreistag künftig vielleicht einmal doch mehr die wirklichen Interessen der Bürger vertreten. Dadurch hätten moderne Techniken, wie die MBA in Wilsum auch bei uns eine Chance."

Martin Scholz
Iltisweg 17
48499 Salzbergen



Siehe auch: Abfallbehandlungsanlage: 1.Stufe in Betrieb gesetzt vom 30.09.2000.



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