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Lingener Tagespost

Quellenangabe: Lingener Tagespost, 18.11.1999, Lokales

"Zukunftsträchtige Konzepte nicht durch Ideologie zunichte machen"

FDP-Politiker besuchten SRS - Dr. Horst Hollstein warb für Industriekonzept

Salzbergen (neu)
Zukunftsträchtige Konzepte dürfen nicht durch ideologisches Gerangel zunichte gemacht werden. Im Rahmen der eigenen Möglichkeiten will die FDP ihren Beitrag leisten, indem sie Lösungen mittrage, die Arbeitsplatzsicherung und Umweltschutz in Salzbergen gleichermaßen beinhalteten. Das betonte der FDP-Bundestagsabgeordnete Hans-Michael Goldmann bei einem Besuch der Schmierstoffraffinerie Salzbergen (SRS). Mit von der Partie waren auch der Kreistagsabgeordnete Valentin Geber sowie weitere FDP-Politiker.

Man wolle sich vor Ort einen genauen Eindruck verschaffen, meinte Goldmann, da unterschiedliche Meinungen auch innerhalb der einzelnen Fraktionen bezüglich der Müllverbrennungsanlage doch zu Irritationen geführt hätten, betonte Goldmann zum Auftakt der Visite. Valentin Geber ergänzte, dass man nur Entscheidungen mit herbeiführen und tragen könne, wenn ein klares Bild der örtlichen Gegebenheiten vorliege.

In seinem Statement machte der Sprecher der SRS-Geschäftsführung, Dr. Rüdiger Hollstein, deutlich, dass die Schmierstoffraffinerie Salzbergen seit jahren sehr viel für den Umweltschutz getan, diesbezüglich hohe Investitionen getätigt habe und daher heute einen anerkannt hohen Standard vorweisen könne. In seiner jetzigen Betriebsform müsse das Unternehmen als "Exot" bezeichnet werden, der allen Stürmen ausgesetzt, aus allen großen Konzernen herausgeschnitten und damit stark abhängig von der Marktlage sei.

Das Grundproblem der SRS liege in den langen Transportwegen der benötigten Grundöle, was Kostennachteile gegenüber Raffinerien mit angehängter Veredelungsstufe bedeute. "Eine strategische Kehrtwendung war nötig, betonte Dr. Hollstein und fügte hinzu: "Nur durch Erweiterung der Produktpalette und deren Spezifizierung konnten erstmals ab 1997 schwarze Zahlen geschrieben werden." Das Emsland sollte eigentlich stolz darauf sein, ein Unternehmen zu haben, dessen Produkte weltweit nachgefragt würden, hob Dr. Hollstein hervor. Die SRS sei stark interessiert an der Errichtung einer MVA, um Standortnachteile ausgleichen, bessere Rahmenbedingungen schaffen und zusätzliche Einkünfte erzielen zu können.

Die bereits heute im Werk angewandten Verfahren seien schon heute umweltfreundlich und erfüllten die strengen Auflagen der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung.

Das Industriekonzept Salzbergen mit der kombinierten Energieversorgung bedeute zum Ist-Zustand quasi einen Quantensprung zu noch mehr Umweltschonung.

Das hauptsächlich von den Grünen propagierte, angeblich so günstige Verfahren der biologisch-mechanischen Vorbehandlung von Müll stecke in den Kinderschuhen, sei nicht zu Ende gedacht und berge langfristige Gefahren in sich. Es sei nicht nachvollziehbar, dass eine Strukturverbesserung des Unternehmens zur Standort- und Arbeitsplatzsicherung bei gleichzeitiger Anhebung des Umweltstandards von Teilen der Bevölkerung derart angegriffen werde, erklärte Dr. Hollstein. Er habe jedoch die Hoffnung noch nicht verloren, dass letztlich die überzeugenden Argumente für das Projekt und nicht Emotionen den Fortbestand der SRS bestimmen.

FDP bei der SRS



Siehe auch MVA nie umweltfreundlich vom 24.11.1999.



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