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Lingener Tagespost

Quellenangabe: Lingener Tagespost, 19.04.2007, Lokales/Leserbriefe

Nur ein Gewinner

Im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Müllverbrennungsanlage in Salzbergen (LT v. 5. April) meint Martin Scholz, dass es nach wie vor nur, einen Gewinner gibt.

"Es gibt keineswegs vier Gewinner durch die Inbetriebnahme der Müllverbrennungsanlage (MVA) in Salzbergen. Um den Anteil einzelner Schadstoffe zu verringern, bedarf es keiner MVA. Dies hätte ganz anders und vor allem vor sehr vielen Jahren bereits erfolgen müssen. Dann hätte man die dann vorhandenen Entlastungen glaubhaft für die hier lebenden Menschen und die Umwelt hervorheben können.

Im Übrigen hat die Raffinerie in Salzbergen keinen Standortnachteil. Die meisten der in Deutschland vorhandenen Raffinerien sind sehr viel weiter von der Küste entfernt als es hier der Fall ist, außerdem werden hier nur relativ kleine Mengen verarbeitet. Eine Subventionierung der Energiekosten durch die Abfallgebührenzahler zur Arbeitsplatz-Sicherung wäre nicht notwendig. Die genannten Unterschreitungen von Grenzwerten sind aus unterschiedlichen Gründen mit Vorbehalt zu betrachten.

Erstens sind Reduzierungen der Schadstofffrachten, die in einem Kubikmeter Luft (mg/m

3) enthalten sind, natürlich zu begrüßen, jedoch können ehrliche Vergleiche erst dann erfolgen, wenn die entstehenden Gesamtschadstofffrachten mit offengelegt und miteinander verglichen werden. Es muss viel mehr Müll, nämlich bis zu 130000 Tonnen pro Jahr verbrannt werden, als vorher an Schweröl verbrannt wurde, allein schon um nur die zwei von ehemals vier schwerölbetriebenen Altkessel zu ersetzen.

Zweitens kann es auch bei einer Verringerung bestimmter Schadstoffe zu einer Erhöhung gesundheitsschädlicher Auswirkungen kommen. Dies ist offenbar beim Staub der Fall. Der Anteil des feinen, leichteren Staubes kann sich erhöhen. Dieser Staub gelangt beim Einatmen viel tiefer in die Lungen und ist somit schädlicher. Zudem ist der Staub in Salzbergen schadstoffbelastet, also keineswegs so harmlos wie es Dr. Schulz dargestellt hat. Eine freiwillige Messung des Feinstaubgehaltes aus der Schwerölfeuerung wurde von den Geschäftsführern indirekt abgelehnt.

Drittens hat es nicht nur eine zufällig festgestellte Erhöhung einzelner Dioxinwerte gegeben, sondern es gibt immer wieder mal Probleme bei der Einhaltung bestimmter Grenzwerte, wie z. B. bei Stickoxiden und bei Ammoniak. Selbst in der jüngsten Vergangenheit hat es lang anhaltende Überschreitungen der Schwefeldioxidwerte beim Industriekraftwerk gegeben, sichtbar häufig daran, dass eine Notfackel zur "Dauerfackel" wurde. Diese Überschreitungen sind von der Gewerbeaufsicht bestätigt worden. Der Geschäftsführer Dr. Schulz und der Betriebsleiter Herr Junker konnten hierzu in der Ratssitzung nichts berichten, obwohl die SRS Eco Therm für die Energiebereitstellung der Raffinerie durch die MVA und das Industrigkraftwerk zuständig ist...

Es gibt nach wie vor hauptsächlich einen Gewinner und das ist einer der vier größten Energieversorger in Deutschland. Dieser wurde seltsamerweise gar nicht erst erwähnt."

Martin Scholz
Ilitisweg 17
48499 Satzbergen




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