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Lingener Tagespost

Quellenangabe: Lingener Tagespost, 13.06.2010, Lokales

Erhöhter Dioxin-Wert gemessen

bm Salzbergen. Erhöhte Emissionswerte der SRS Eco Therm (Müllverbrennungsanlage – MVA) in Salzbergen und die Vergabe der Stromkonzession für die nächsten 20 Jahre waren die Haupttagesordnungspunkte der jüngsten Sitzung des Rates Salzbergen. Große Sorge haben die Salzbergener zudem um ihre polnische Partnerstadt Krzanowice, die in diesen Tagen von einem zerstörenden Hochwasser heimgesucht wird.

Ende Mai wurde bei der Auswertung der April-Probe in der Müllverbrennungsanlage in Salzbergen (SRS Eco Therm) ein höherer Dioxinwert als sonst üblich gemessen. Die Aufsichtsbehörde wurde umgehend informiert. Der Grenzwert liegt bei 0,05 ng (Nanogramm) pro Kubikmeter. Gemessen wurde in der Größenordnung von 0,1 ng pro Kubikmeter.

„Ende Mai haben wir bei der Auswertung der Aprilprobe für Dioxin festgestellt, dass hier ein höherer Dioxinwert als sonst üblich gemessen wurde“, betonte Dr. Waldemar Schulz, RWE, gegenüber den Mitgliedern des Rates. Dabei habe es sich um eine Größe von 0,1 ng (Nanogramm) pro Kubikmeter gehandelt. Der Grenzwert für die MVA liegt bei 0,05 ng pro Kubikmeter.

Wie Schulz weiter erläuterte, habe man umgehend die Gemeinde und die Aufsichtsbehörde informiert. Die derzeit laufende Ursachenforschung zeige, dass der erhöhte Emissionswert im Rahmen des Anfahrbetriebes (nach der Revision) der Anlage aufgetreten sei. Entsprechende Messungen eines von der SRS Eco Therm beauftragten unabhängigen Gutachters, des TÜV-Süd, untermauerten diese Vermutung. Die vom TÜV-Süd gemessenen Werte zeigten, dass im laufenden Betrieb alle Grenzwerte deutlich unterschritten würden.

Schulz: „Aufgrund dieser Messungen haben wir sofort unser Anfahrkonzept modifiziert, und ein externer Sachverständiger wird dieses neue Konzept überprüfen und bei Bedarf weiter optimieren. Dadurch sollen in Zukunft erhöhte Emissionswerte bei allen Betriebszuständen, also auch beim kalten Anfahren nach einer Revision, vermieden werden“, betonte Schulz.

Neuer Bericht im Herbst

Die augenblicklichen Messungen in Höhe von 0,0017 ng pro Kubikmeter zeigten, dass man auf dem richtigen Wege sei. Zudem hätten Grünlanduntersuchungen ergeben, dass die Region durch den höheren Dioxinwert nicht belastet worden sei. Schulz und Erwin Junker, Betriebsleiter der SRS Eco Therm, versprachen dem Rat der Gemeinde, nach der nächsten Revision im Herbst erneut zu berichten.

Die RWE ist der Gewinner bei der Vergabe der Stromkonzession der Gemeinde Salzbergen für die kommenden 20 Jahre. Das beschloss der Rat mehrheitlich mit den Stimmen der CDU. Die Sozialdemokraten im Rat der Gemeinde stimmten dagegen.

Nach Angaben von Bürgermeister Andreas Kaiser hat man sich für die RWE entschieden, weil die Beteiligungsmodelle seitens der Energieversorgung Emsbüren GmbH oder die der Stadtwerke Lingen, die sich ebenfalls um den Konzessionsvertrag bemüht hatten, aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich gewesen seien. Kaiser: „Eine Kommunalisierung kommt deshalb zurzeit für uns nicht infrage.“

Für die CDU erläuterte Alfred Vehring, dass die Gemeinde für die Kommunalisierung rund 1,5 Millionen Euro aufbringen müsse. „Das ist für uns im Augenblick nicht zu stemmen.“

Das sah SPD-Chef Willi Jansen allerdings ganz anders. „Die Kommunalisierung ist zukunftsweisend, und wir vergeben hier gegen ein minimales Risiko eine große Chance.“

Sorge bereitet den Salzbergenern das Hochwasser in ihrer Partnerstadt. Keller, Straßen und Häuser in Krzanowice stünden unter Wasser, und ein Ende dieser Katastrophe sei noch nicht in Sicht.

Spenden seien bei der Volksbank Emsland Süd, Konto 256888800, BLZ 28069994, oder bei der Sparkasse Emsland - Konto 9014127; BLZ 26650001, unter dem Stichwort „Hochwasser“ willkommen -– ein Aufruf der Kolpingsfamilie Salzbergen.




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